Gästebuch

Hier eine kleine Aktualisierung des Verfassers:

 

Aloe Vera gegen Sonnenbrand und Wunden

Ich kenne nur ein gutes fertiges Präparat, das einen noch so intensiven Sonnenbrand zuverlässig wegnimmt: Tschamba-Fie, das wässrige österreichische Alpinisten-Mittel. Wenn Sie es vor Ihrer Abfahrt in Ihrer Drogerie nicht finden oder es vergessen, kann eine Pflanze helfen: Aloe Vera, eine agavenartige Lilienpflanze, die beim Aufschneiden einen gallertartigen Saft absondert. Dieser heilt – mehrfach aufgetragen – den Sonnenbrand. Die auch für Kosmetika verwendete Wunderpflanze wurde schon in einem ägyptischen Papyrus aus dem 16. vorchristlichen Jahrhundert erwähnt. Auf Wunden aufgelegte Aloe-Scheiben lassen – wie man seit der Anwendung bei Hiroshima-Opfern weiß – Verletzungen schneller heilen. In den USA angestellte Versuche haben gezeigt, dass Aloe Vera bei Brandwunden eine um 40% schnellere Heilungsrate hat als die üblicherweise in Spezialkliniken verwendeten Silbernitrate und Silbersulphadiazine. Sie können den Saft auch auf andere Wunden träufeln, damit sie schneller heilen. Ich habe den Eindruck, dass er auch Geschwüre heilt und juckreizmildernd bei Insektenstichen wirkt. Wenn Sie die Pflanze nicht finden: Der Saft wird in vielen Ländern als Soltan flaschenweise angeboten. Die Anwendung wird intensiviert, wenn man Plastik von einer Einkaufstasche darüber bindet. Das drückt den Wirkstoff in die Haut. Vorsicht! Aloe-Vera-Saft macht hässliche Flecken in Wäsche und Bettwäsche, die nur schwer zu entfernen sind.

 

Moosbeere gegen Harnwegsinfektionen?

Das Thema Aloe Vera scheint auf großes Interesse zu stoßen. In Foren lese ich von 6.000 Jahre alten Aufzeichnungen über die Pflanze in Ägypten als “Blut der Götter“, von der Anwendung durch chinesische Kaiser, von der Anpflanzung in Transportwagen Alexanders des Großen auf seinem Zug ans Ende der damals bekannten Welt, von der “Quelle der ewigen Jugend“ der Mayas, von Christoph Columbus, der sie auf seinen Schiffen in die neue Welt mit nahm als "Arzt im Blumentopf". Interessante Beachtung an so verschiedenen Plätzen der Welt! (Ich habe das jetzt schnell hier hineingesetzt ohne den anderen Eintrag zu suchen. Pardon! Wer weiß, wie viele kostbare Minuten mir bleiben, bevor hier im Ägypten in Revolution wieder das Internet aussetzt.)

 

Es sei hier – mit allen Reserven, da mir eigene Erfahrung zum Glück fehlt – ein weiteres altes Naturmittel erwähnt, das auf die amerikanischen Ureinwohner zurückgeht: die großfrüchtige Moosbeere oder Cranberry. Hersteller eines Saftes ist offenbar besonders eine Firma Ocean Spray. Je nachdem, wo Sie sind, finden Sie ja vielleicht auch die Pflanze.

Harnwegsinfektionen (Zystitiden) sind neben Infekten der Luftwege die häufigsten Entzündungen, besonders bei Frauen. Zwei internationale Ärzte-Teams in Boston und Taipeh haben nun Plazebo-kontrollierte, randomisierte Untersuchungen der Wirkung des Saftes begonnen, der Betroffenen statt einer täglichen Antibiotica-Tablette verabreicht wird. Die wissenschaftlichen Ergebnisse sind noch schwammig und widersprüchlich. Das gilt besonders für die wohl erforderliche besonders genaue Dosierung der ca. 200 Substanzen wie Vitamin C, Zitronensäure und anderer Säuren, die möglicherweise einige Bakterienarten daran hindern, sich an die Zellwände der Harnwege zu heften. Aber eine Vorbeugung in Fällen regelmäßiger Beschwerden mag ja mal versucht werden. Es kann nur gesünder als Antibiotika sein!

Vielleicht gibt es auch zu diesem Thema kluges Feedback mit selbst gemachten Erfahrungen. Beginn eines hilfreichen Austausches?